
In meinem Artikel Mobilität der Megacity São Paulo weise ich bereits auf das starke Wachstum urbaner Lebensräume und dessen Mobilitätsansprüche hin. Rund 85 Prozent der Menschen in Europa werden im Jahr 2050 in Städten leben. Doch wie wird die urbane Mobilität der Zukunft aussehen? Wie könnte man die urbane Mobilität effizient und nachhaltig gestalten?

Die Unternehmen Credit Suisse und Swiss Re untersuchten an ihren Standorten Zürich Süd und Adliswil die Praktikabilität und die Auswirkungen von flexiblen Arbeitsmodellen mit einem Pilotversuch genauer. Die Mitarbeitenden von Credit Suisse Zürich-Süd und Swiss Re in Adliswil wurden dazu eingeladen, flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte auszuprobieren. 96 % antworteten nach dem Pilotprojekt auf die Frage “Welche Vorteile haben Sie persönlich beim zu Hause arbeiten erlebt?” das sie Zeit gewinnen. 70 % finden das die Konzentration zu Hause besser war. Es ist davon aus zu gehen, das flexible Arbeitszeiten und das Home-Office den Pendelverkehr zu Spitzenzeiten entlasten. Arbeitnehmer haben weniger Zeitverlust und die Stressbelastung ist geringer.
Auch die beteiligten Unternehmen profitieren: Die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten, zeugt vom Vertrauen der Führung und erhöht die Motivation und Produktivität der Mitarbeitenden. Die Unternehmen können sich als innovative Unternehmen profilieren, die sich für die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeitenden, für die Umwelt und ihren Standort einsetzen.
Warum nicht mehr Home-Office?
Bisher setzen nur wenige Arbeitgeber das Home-Office ein. Obwohl die Infrastruktur es hergibt. 79 % aller deutschen Haushalte verfügen über einen Internetzugang. 75 % sogar über einen Breitbandanschluss. Die Wissenschaftler Nicholas Bloom, James Liang, John Roberts und Zhichun Jenny Ying untersuchten in einem Experiment ob Heimarbeit produktiver sei. Sie fanden heraus, dass die Heimarbeit 13 % die Produktivität steigert. Die Pausen und Krankheitsausfälle reduzierten sich. Allerdings handelte es sich bei der Testgruppe um Callcenter-Mitarbeiter. Gerade das Tratschen am Kaffeeautomaten und Teamwork seien ein Quell für Ideenreichtum und Kreativität. Ein unablässiges Credo für die Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen. Wissenstransfer findet (leider) in fast allen Unternehmen von Gesicht zu Gesicht statt und weniger über digitale Kanäle.
Fazit
Halten wir fest: Für Aufgaben die auf reine Produktivität abzielen eignet sich das Home-Office hervorragend. Für die Entwicklung neuer Ideen sind soziale Interaktionen notwendig. Um die urbane Mobilität der Zukunft zu gestalten könnte ein geeignetes Modell zwischen den beiden Arbeitsbereichen entwickelt werden. Eine zusätzliche Optimierung der Reisezeit und -route, beispielsweise über eine Smartphone App, trägt zur Entlastung des Verkehrsnetzes bei.
Quellen:
- «Zukunft urbane Mobilität»
- Urbane Versorgung
- Ausstattung privater Haushalte mit PC, Internetzugang und Breitbandanschluss
- DOES WORKING FROM HOME WORK? – EVIDENCE FROM A CHINESE EXPERIMENT
- Diskussion über Homeoffice
- Dr. R. Keith Sawyer – Telecommuting Kills Creativity




















