Komplementärschriften im Web

Einen guten Artikelvorschlag erhielt ich von Jens. Er würde gerne etwas über gute Font-Kombinationen wissen:

Gerne würde ich hier auf die Typografie im Allgemeinen eingehen. Doch das Feld ist so gigantisch, das ich direkt auf gute Schriftkombinationen im Web verweisen werde.

Zuerst werde ich die gängige Leitmedien beleuchten. Dazu gehören Zeitungen, die schließlich seit der ersten Linotypemaschinen Erfahrungen mit der industriellen Produktion von Druckmedien haben. Ich wählte zur Schriftanalyse die Artikel-Headline, den Artikel-Haupttext und die Sub-Headline aus.

ZEIT ONLINE

headlines

Als Artikel-Headline benutzt ZEIT ONLINE die serifenlose Groteskschrift “Arial”. Diese besitzt eine gute Lesbarkeit und strahlt dazu eine Attraktivität und führende Seriosität aus. Als Artikel-Haupttext findet die moderne Barock-Antiqua “Georgia” verwendung. Diese wurde speziell für klare Darstellung und optimale Lesbarkeit auf Computerbildschirmen entwickelt. Diese passt hervorragend zum Thema Kultur und Politik.

The Seattle Times

seattle-times-typografie

  • Artikel-Headline: Georgia
  • Artikel-Haupttext: Arial
  • Sub-Headline: Arial

Georgia & Arial überwiegen

komplementaerefontszeitungen
Die Beispiele zeigen, dass die Kombination Georgia und Arial eine weitverbreitende Akzeptanz bei Lesern und Typografen zu finden ist. Somit ist diese Kombination eine gute Wahl für Webseiten.

Weitere Beispiele

Doch wie sieht es bei Shops, Portfolios oder anderweitigen Webseiten aus? Hier ein paar gute Beispiele:

  • notcoming nutzt zwei eingebettete Schriften. Als Headline “MapleBold” und Artikeltext: “ElenaRegular”
  • Mashable – Headline: “MuseoSlabRegular” / Artikeltext: “Helvetica Neue”
  • balsamstudio – Headline: “PFAgoraSerifPro” / Artikeltext: “Helvetica”

Ein paar Regeln für Komplementärschriften

Die Analyse von mehreren Webseiten hat gezeigt, das maximal 2 Schriftfamilien zum Einsatz kommen. Immer in Kombination mit einer Serifen- und einer Serifenlosen-Schrift.

Auf Schriftmischungen zweier unterschiedlichen Serifen- oder zweier Serifenlosen-Schriften sollten Unerfahrene verzichten. Schriftgruppen müssen mit Bedacht ausgewählt werden. Es kommt auf das richtige Kontrastverhältnis sowie Dynamik der Schriften an. Wer mehr über die richtige Schriftmischung erfahren möchte, sollte einen Blick in das Typolexikon werfen.

Ein paar Tipps zum Thema:

Einen guten Artikel über “Die gefühlte Lesbarkeit” von Bildschirmschriften und deren Bedeutung findet sich im designtagebuch.

thewebfontcombinator

Mit dem Web Font Combinator können Schriftkombinationen schnell mit wenigen Klicks getestet werden.

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Terminologie Aufwand und Kosten

Die Terminologie nimmt immer mehr einen höheren Stellenwert ein. Durch die Globalisierung der Märkte werden Waren und Güter weit über die Landesgrenzen hinweg abgesetzt. Dabei müssen örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden. So auch bei Dokumenten wie beispielsweise Anleitungen, Datenblätter, Broschüren oder Verträgen. Mehrsprachigkeit ist heute ein MUSS in jeglicher Art der Kommunikation. Deswegen ist es schon frühzeitig günstig, sich über ein Terminologie-System Gedanken zu machen.

2001 stellte Ben Martin (JD Edwards, TAMA 2001) die Untersuchungen der Aufwandskosten [ROI] eines Terms vor. So kostet die Festlegung einer Benennung 150 US-Dollar. Um diesen terminologischen Eintrag in allen Texten und Dokumenten zu Ändern, sind mit Kosten von 1.900 USD zu rechnen.

schwerpunkte_im_terminologiesystem

Schwerpunkte im Terminologiesystem

Persönlich denke ich, das es heute weit mehr ist. Alleine der Prozess der Terminologiearbeit ist heute weit komplexer und weitreichender. Ländersprachen die 2001 nicht berücksichtigt wurden, könnten heute eine höhere Bewandtnis haben. Nicht nur die Mehrsprachigkeit sondern auch die Lokalisierung einer Sprache, beispielsweise Amerikanisch Englisch und Britisch Englisch, kann berücksichtigt werden. Allerdings hängt dies von dem gewollten Aufwand und definierten Prozess eines Unternehmens ab. Eine erste Kostenersparnis ist das geeignete Terminologie-Management-System (TMS). Der Aufbau einer Terminologiedatenbank sollte der erste Schritt sein, der sich auf lange Sicht mehrfach auszahlt:

Mit der Anschaffung von Software allein ist es nicht getan. Was vor und nach Einführung eines TMS wichtig ist, findet man im Artikel “Aufbau einer Terminologieabteilung” von Barbara Inge Karsch.

Terminologieleitfaden
Wichtig ist es gleich zu Beginn einen Terminologieleitfaden zu entwickeln. Darin sollten folgende Punkte enthalten sein wie:

  • Was Terminologiearbeit überhaupt ist. (siehe dazu ISO 5127:2001 – Information and documentation – Vocabulary)
  • Die Notwendigkeit der Terminologiearbeit in Informationen und Dokumentationen.
  • Arbeitsorganisation (Terminologiearbeit ist Gruppenarbeit)
  • Terminologie und deren klaren Abgrenzung zur Lexikographie und Enzyklopädie (Terminologie ist ein Fachwortschatz)
  • Gliederung und Erstellung eines Ordnungs- und Suchsystems.
  • Austauschformate für terminologische Daten (Äußerst sinnvoll bei Zusammenarbeit mit Agenturen)
  • EDV-Arbeitsmittel in der Terminologiearbeit (Software Tools)

Ein Tipp von den Profis: Verfassen Sie ein Präambel zu dem Terminologieleitfaden. In diesem sollten die Grundsätze wie Ziele und Festlegungen zum Leitfaden kurz definiert werden.

Schnelle Tipps zur Terminologie:

  • Um eine erste Terminologie-Datenbank zu erstellen, reicht meist eine Excel-Tabelle. Gängige Terminologie-Management-Systeme können ohne weiteres Excel-Tabellen importieren.
  • Eine Benennung unklar? Schnelle Hilfe könnte Wikipedia liefern. Suchen Sie dort nach Ihrem Begriff und klicken Sie unter In anderen Sprachen auf die gewünschte Zielsprache. (Zu finden ist die Sprachauswahl links unten) So wie Wikipedia übersetzt, so spricht die Welt.
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X-47B UCAS Flugdeck-Steuerung

X-47B-UCAS-steuerung-01

In dem neuesten Presse-Video von Northrop Grumman über den X-47B Unmanned Combat Aircraft konnte man einen Blick auf die Flugdeck-Steuerung erhaschen. Das unbemannte Kampfflugzeug bewegte sich ein über das Deck des Flugzeugträgers. Dazu wurde eine Ein-Arm-Steuerung bei einem Deckoffizier befestigt. Ein weißes Ungetüm mit einem dicken Kabel, Knöpfen, Bildschirm und Handwippe.

X-47B-UCAS-steuerung-02

Das Kabel führt, wie es aussieht, zu einem Funksender der am Rücken des Deckoffiziers befestigt ist. Wie genau die Steuerung funktioniert, konnte man leider nicht sehen. Möglicherweise wird über die Wippe der Schub, Bremse und das Bugrad gesteuert.

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