Die Psychologie der Farben

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Die psychologische Wirkung von Farben behandelte erstmals Josef Albers 1963 in seiner Farbbibel “Interaction of Color”. Er untersuchte experimentell, nach dem bewährten “try and error”-Prinzip, die physikalische und psychologische Wirkung von Farben. In Albers Studie an der Yale University stellte er folgende drei Punkte fest:

  1. Farbe ist nicht in erster Linie ein physikalisches, sondern ein psychologisches Phänomen.
  2. Wir sehen Farben fast nie als das, was sie ist; Farbe ist deshalb das relativste Medium in der Kunst, und es gibt nie nur eine einzige Lösung für visuelle Formulierungen.
  3. Unser Farbgedächtnis ist – im Vergleich zum Ton-Gedächtnis – sehr schlecht.

Interessant an Josef Albers Studien ist die Feststellung, das Menschen ein äußerst schlechtes Farbgedächtnis aber ein sehr gutes auditives Gedächtnis haben. Melodien die ein- oder zweimal gehört wurden kann unser Gedächtnis mit Leichtigkeit wiederholen. Dagegen ist unsere Farbnomenklatur äußerst spärlich: Unsere Alltagssprache verfügt über etwa dreißig Farbnamen.

Die beliebtesten Farben

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Die Soziologin und Psychologin Dr. Eva Heller untersuchte in einer Studie “Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken”. Sie befragte 2000 deutsche Männer und Frauen nach ihren Lieblingsfarben und Farben die sie ablehnen würden. Spannende Ergebnisse lieferten die Untersuchungen von Farbkombinationen. Je nach prozentualen Anteil oder durch hinzufügen einer weiteren Farben entstehen unterschiedliche emotionale Wahrnehmungen. Die Befragung der 2000 Teilnehmer ergab ein eindeutiges Resultat: 45 % gaben Blau als ihre Lieblingsfarbe an.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Untersuchung von 100 globalen Top Marken zum Ergebnis führt, das 33 % für ihr Firmen-Logo die Farbe Blau einsetzen. Dicht gefolgt von 29 % Rot und 28 % Schwarz oder Grautönen. 13 % benutzen Gelb oder Gold. Studien haben gezeigt das Konsumenten 60 – 80 % ihre Kaufentscheidung von der Farbe abhängig machen. Das erste was dieser wahrnimmt ist die Farbe und somit gehört diese zu dem wichtigsten Gestaltungsmerkmal eines Logos oder Produkts.

Die unbeliebtesten Farben

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20 % wählten Braun, in die Eva Heller Studie, zur unbeliebtesten Farbe. Keine Überraschung, da Braun häufig Gefühle wie Traurigkeit, Isolation und Schmutz auslöst. Auch setzen nur 2 % Braun als ihr Firmen-Farbe ein. Insgesamt lehnen 13 % Grau und Silber ab. Für das diese Farben so unbeliebt sind werden diese, wie in der nachfolgenden Statistik sichtbar, recht häufig verkauft.

Personenkraftwagen-Farben

Von Januar bis März 2013 wurden in Deutschland 673.957 Autos neu zugelassen. Davon 28 % mit der Lackfarbe Grau. Die Lieblingsfarbe der Deutschen liegt mit 8 % nicht gerade an der Spitze. Doch warum ist die Farbe Grau (ich definiere aus Gründen der Assoziation Grau = Silber) mit Schwarz auf Platz 1, obwohl diese so unbeliebt ist?

Teilweise unterliegen Farben jährlichen Trends und wechselnden Moden. Beispielsweise die Lackfarbe Weiß ist derzeit äußerst angesagt und passt zu dem Zeitgeist Nachhaltigkeit, Ökologie und sozialer Verantwortung. Daneben hat Farbe eine Funktion die meist rationaler und nicht ganz so emotional betrachtet wird. Grau ist beim Gebrauchtwagenmarkt für seine bleibende Stil-Sicherheit bekannt und für die Erzielung eines guten Wiederverkaufswertes ausschlaggebend.

Assoziationen von Farben

Die folgende Aufstellung listet Farben und ihre emotionale Wirkung auf Menschen.

Farb-Assoziationen-Psychologie

Die Psychologie der Farben wird ebenso gerne von Gestaltern wie auch von Künstlern angewendet. Wassily Kandinsky, einst Lehrer am Bauhaus, ordnete den Farben tiefere Bedeutungen und Assoziationen zu und stellte sie in Gegensatzpaaren gegenüber. Er nutzte einzelne Farbattribute und kombinierte sie neu. Diese Erkenntnisse der komplementären Farben finden auch ihren Einsatz im Corporate Design. 95 % der Firmenfarben bestehen aus einer oder zwei Farben.

Zusammenfassung

  • Farben wirken für den Moment
  • Farben sind pure Emotion
  • Blau ist die beliebteste Farbe
  • Braun ist die unbeliebteste Farbe
  • Farbe ist 60 – 80 % kaufentscheidend
  • Farben unterliegen saisonbedingten Trends

Quellen:

Philipp Thom

Hallo, mein Name ist Philipp Thom und dies ist mein persönlicher Fachblog. Ich arbeite in den unterschiedlichsten Bereichen wie Technische Redaktion, Marketing, Design, Web, Usability Engineering, Neue Medien und Kommunikationstechnologien.

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