Terminologie Aufwand und Kosten

Die Terminologie nimmt immer mehr einen höheren Stellenwert ein. Durch die Globalisierung der Märkte werden Waren und Güter weit über die Landesgrenzen hinweg abgesetzt. Dabei müssen örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden. So auch bei Dokumenten wie beispielsweise Anleitungen, Datenblätter, Broschüren oder Verträgen. Mehrsprachigkeit ist heute ein MUSS in jeglicher Art der Kommunikation. Deswegen ist es schon frühzeitig günstig, sich über ein Terminologie-System Gedanken zu machen.

2001 stellte Ben Martin (JD Edwards, TAMA 2001) die Untersuchungen der Aufwandskosten [ROI] eines Terms vor. So kostet die Festlegung einer Benennung 150 US-Dollar. Um diesen terminologischen Eintrag in allen Texten und Dokumenten zu Ändern, sind mit Kosten von 1.900 USD zu rechnen.

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Schwerpunkte im Terminologiesystem

Persönlich denke ich, das es heute weit mehr ist. Alleine der Prozess der Terminologiearbeit ist heute weit komplexer und weitreichender. Ländersprachen die 2001 nicht berücksichtigt wurden, könnten heute eine höhere Bewandtnis haben. Nicht nur die Mehrsprachigkeit sondern auch die Lokalisierung einer Sprache, beispielsweise Amerikanisch Englisch und Britisch Englisch, kann berücksichtigt werden. Allerdings hängt dies von dem gewollten Aufwand und definierten Prozess eines Unternehmens ab. Eine erste Kostenersparnis ist das geeignete Terminologie-Management-System (TMS). Der Aufbau einer Terminologiedatenbank sollte der erste Schritt sein, der sich auf lange Sicht mehrfach auszahlt:

Mit der Anschaffung von Software allein ist es nicht getan. Was vor und nach Einführung eines TMS wichtig ist, findet man im Artikel “Aufbau einer Terminologieabteilung” von Barbara Inge Karsch.

Terminologieleitfaden
Wichtig ist es gleich zu Beginn einen Terminologieleitfaden zu entwickeln. Darin sollten folgende Punkte enthalten sein wie:

  • Was Terminologiearbeit überhaupt ist. (siehe dazu ISO 5127:2001 – Information and documentation – Vocabulary)
  • Die Notwendigkeit der Terminologiearbeit in Informationen und Dokumentationen.
  • Arbeitsorganisation (Terminologiearbeit ist Gruppenarbeit)
  • Terminologie und deren klaren Abgrenzung zur Lexikographie und Enzyklopädie (Terminologie ist ein Fachwortschatz)
  • Gliederung und Erstellung eines Ordnungs- und Suchsystems.
  • Austauschformate für terminologische Daten (Äußerst sinnvoll bei Zusammenarbeit mit Agenturen)
  • EDV-Arbeitsmittel in der Terminologiearbeit (Software Tools)

Ein Tipp von den Profis: Verfassen Sie ein Präambel zu dem Terminologieleitfaden. In diesem sollten die Grundsätze wie Ziele und Festlegungen zum Leitfaden kurz definiert werden.

Schnelle Tipps zur Terminologie:

  • Um eine erste Terminologie-Datenbank zu erstellen, reicht meist eine Excel-Tabelle. Gängige Terminologie-Management-Systeme können ohne weiteres Excel-Tabellen importieren.
  • Eine Benennung unklar? Schnelle Hilfe könnte Wikipedia liefern. Suchen Sie dort nach Ihrem Begriff und klicken Sie unter In anderen Sprachen auf die gewünschte Zielsprache. (Zu finden ist die Sprachauswahl links unten) So wie Wikipedia übersetzt, so spricht die Welt.
Haben Sie vielleicht noch einen Tipp? Einfach Kommentar hinterlassen.

Die Wahrheit, was wirklich passierte und was in der Zeitung stand

Martin Haase und Kai Biermann hielten auf dem 29c3 einen interessanten Beitrag mit dem Titel “Die Wahrheit, was wirklich passierte und was in der Zeitung stand” über Sprache. Auch ihr Blog neusprech.org sollte ebenfalls aufgesucht werden.

Inhaltlich wurde das Thema “Framing” mit Beispielen erörtert. Diese waren das “Guttenberg-Passiv” und das “Merkel-wir”. Eine gute Sensibilisierung der Sprache und des verwendeten Stils die die Vortragenden kommunizierten.

Die Folie der Passivierung gehört daneben zu den wichtigsten Informationen:

Funktion der Detransitivierung (Passivierung, man …)

  • verbirgt den oder die Verantwortlichen oder wichtige Informationen
  • Aussage schwerer zu widerlegend bzw. anzuzweifeln

Ein Zitat über das Passiv von Stephen King aus „Das Leben und das Schreiben“ trifft es genau:

„Ich glaube, dass ängstliche Schreiber das Passiv aus dem gleichen Grund mögen, aus dem ängstliche Liebhaber passive Partnerinnen bevorzugen. Das Passiv ist sicher. Man muss sich nicht mit lästigen Vorgängen auseinandersetzen; das Subjekt muss einfach nur die Augen schließen und an England denken, um mit Königin Victoria zu sprechen. Ich glaube auch, unsichere Menschen haben das Gefühl, das Passiv verleihe ihrem Text Autorität, vielleicht sogar etwas Majestätisches. Wenn Sie Bedienungsanleitungen und Gesetzestexte majestätisch finden, dann ja.“

Zitat Gefunden im Buch: Das Mailing: Planung, Gestaltung, Produktion